Krisenjahr 2027

Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 10a des BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig vom 21. bis zum 22. Juli 2021


Wir schreiben das Jahr 2040.

Vivienne ist eine ganz normale Schülerin im Jahr 2040. Wenn sie aus der Haustür tritt, sieht sie rechts und links moderne, aber dennoch eingefallene Hochhäuser. Viele ihrer Schulfreunde wohnen hier. Morgens treffen sie sich häufig am örtlichen liegenden Bahnhof und fahren gemeinsam mit der S-Bahn zur Schule.

In der Schule ist alles personalisiert und hochgradig digitalisiert. Normalerweise trifft sich Vivienne nach der Schule mit ihren Freunden, aber heute findet ein Politik-Workshop im Stadtzentrum statt. Sie trifft hier auf Menschen allen Alters, da sich so gut wie alle Menschen aktiv und gerne mit der aktuellen Politik auseinandersetzen.

Vivienne findet auch großen Gefallen an den Informationsständen der Gesundheitseinrichtungen, die in der Stadt für sich werben. Das Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren stark modernisiert worden.

Nach Hause kommen kann Vivienne, wann sie will. Denn abends lassen ihre Eltern sie lange draußen, da die Straßen als sehr sicher gelten.



Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat…

1. Akt: Im Geschichtsunterricht

 Handelnde Personen:

  • Anke – Schülerin  
  • Beate – Schülerin  
  • Frau Cleo – Lehrerin  

Anke und Beate sitzen im Geschichtsunterricht und sollten eigentlich gerade zuhören und etwas über das Jahr 2027 lernen.

Anke: Hey, was hast du eigentlich für Fächer gewählt?

Beate: Philosophie, und du?

Anke (nickt): Sehr cool, ich Mathe. Ich bin so froh, dass wir nicht mehr Chemie und so machen müssen.

Beate: Ja, im Gegensatz zu früher, zum Krisenjahr 2027 hat sich echt viel geändert.

Anke: Ja, das mit dem Börsencrash, haben dir deine Eltern das auch erzählt?

Beate: Ja, und den Naturkatastrophen.

Anke: Und den Pandemien! Das war voll das Ding damals… Oder war das schon früher? (nachdenklich) Hm…

Beate: Ja, damals wurde viel geändert. Auch im Schulsystem.

Die Lehrerin, Frau Cleo, unterbricht die beiden.

Frau Cleo: Ey, ihr zwei, passt mal auf. Es geht gerade um das Jahr 2027. Was könnt ihr dazu sagen?

Anke und Beate schauen sich an, dann wieder die Lehrerin.

Anke: Da haben wir gerade drüber geredet, also das war so: …

Anke berichtet, was Beate und sie von ihren Eltern über das Krisenjahr 2027 wissen.


2. Akt: In der Bahn

 Handelnde Personen:  

  • Frau Wunderlich  
  • Frau Schunderlich  

Frau Wunderlich fährt in den Urlaub. Sie steigt mit ihrem Koffer in die Bahn ein. Dort sitzt Frau Schunderlich und tippt auf ihrem Handy.

Frau Wunderlich (an Frau Schunderlich): Sagen Sie mal, ist das ein iPhone 17?

Frau Schunderlich: Ja, genau!

Frau Wunderlich: Das ist ja noch von vor 2027! Da gab es ja Apple noch! Ich habe noch nie jemanden mit einem so alten Handy gesehen.

Frau Schunderlich: Ach, es ist gar nicht so schlecht.

Frau Wunderlich: Naja, aber es ist schon gut, dass die ganzen großen Firmen nicht mehr so mächtig sind. Die waren ja auch ein bisschen verantwortlich für die ganzen Krisen von 2027.

Frau Schunderlich: Ich glaube das nicht so. Ich fand es damals auch besser.

Frau Wunderlich: Sicher? Warum das denn?

Frau Schunderlich: Es war einfach… einfacher, das Leben.

Frau Wunderlich: Hm, vielleicht fühlen Sie sich einfach nicht richtig verstanden?

Frau Schunderlich (nachdenklich): Hmm, ja genau.

Frau Wunderlich: Dann kann ich Ihnen auf jeden Fall wärmstens das Programm „Politics for Future“ empfehlen.

Frau Schunderlich (interessiert): Was ist das denn?

Frau Wunderlich: Das Programm wird regelmäßig von der Regierung durchgeführt. Da kann man hingehen und direkt mit den Politikern in Kontakt treten. Da bekommt man alles erklärt und kann seine Meinung sagen.

Frau Schunderlich: Das klingt ja gar nicht so schlecht.

Etwas piept und Frau Wunderlich blickt kurz auf ihr Handgelenk.

Frau Schunderlich: Wo haben Sie denn grad raufgeguckt?

Frau Wunderlich: Das ist eine Art intelligente Uhr, die hat mir gerade mitgeteilt, dass ich aussteigen muss.

Frau Schunderlich: Wo wollen Sie denn hin?

Frau Wunderlich: In den Urlaub. Mit dem VU-Train, dem Vacuum-Underwater-Train.

Frau Schunderlich: Das finde ich ja ein bisschen gruselig. Unter dem Meer!?

Frau Wunderlich: Ach, so ein Quatsch, das ist schneller und sicherer als früher. Wenn ich nur an diese fliegenden Klapperkisten denke, diese sogenannten „Flugzeuge“… So, ich muss raus. Tschüssi! (springt auf und verlässt mit ihrem Koffer die Bahn)

Frau Schunderlich bleibt sitzen und denkt verträumt an die Zeit zurück, als man noch mit dem Flugzeug fliegen konnte.