Friede, Freude, Eierkuchen

Ein Zeitreise-Bericht der Klasse 10b des BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig vom 21. bis zum 22. Juli 2021


Wir schreiben das Jahr 2040.

Im Jahr 2040 existiert eine Welt voller Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Hier lebt die Flex-Gemeinschaft. Die Flex-Gemeinschaft zeichnet sich durch eine lebendige Demokratie und große Zufriedenheit der Bevölkerung aus. Alle bezahlen den gleichen Betrag in eine Gemeinschaftskasse, durch die die Bevölkerung in Krankheitsfällen jeglicher Art versorgt wird. Die Bildungseinrichtungen sind für alle zugänglich und kostenlos.

Es gibt drei große Parteien, die gemäßigte Ansichten haben und alle für das Gemeinwohl arbeiten. Die Parteien heißen PFA: Partei für Allgemeinwohl, PFT: Partei für Tierwohl und PFW: Partei für Wirtschaftsstabilität.

Das Volk hat viele Mitbestimmungsrechte und wählt die Parteien in einer freien, allgemeinen und geheimen Wahl. Das Interessante dabei ist, dass die Wahl ein populäres Event ist, bei dem alle Menschen sich in den Wahllokalen treffen und ein gesellschaftlicher Austausch stattfindet.

Dieser Austausch wird stark gefördert, da die Bevölkerung in einer sonst durchdigitalisierten Welt wenig direkt miteinander zu tun hat. Die Wahl ist alleine deshalb schon ein besonderes Ereignis, weil sie ohne digitale Gadgets stattfindet. Kostenlose Eierkuchen unterstreichen das Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“.



Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat…

1. Akt: Im Wahllokal

 Handelnde Personen:

  • Marek – Wähler  
  • Maximilian – Eierkuchenverkäufer  
  • Marianne – Belgische Touristin  

Marek geht mit seiner neuen Freundin zum Wahllokal. Dort steuert er sofort den Eierkuchenstand an.

Marek: Schönen guten Tag!

Maximilian: Grüß dich, schön, dass du auch hier bist.

Marek: Ja, gut, dich zu sehen. Ich nehme das wie jedes Jahr.

Maximilian: Zwei Eierkuchen mit Nutella und Banane, richtig?

Marek (strahlt): Genau. Beziehungsweise einen. Und den zweiten bitte mit Apfelmus und Zucker, der ist für meine Freundin, die steht noch draußen und unterhält sich.

Maximilian: Gar kein Problem.

Maximilian macht sich an die Eierkuchenzubereitung. Marianne kommt dazu und schaut sich fragend um. Dann spricht sie Marek an.

Marianne: Entschuldigen Sie bitte. Ich muss Sie einfach fragen: Wieso gibt es denn hier Eierkuchen?

Marek (irritiert): Na, es ist doch Wahltag.

Marianne schaut verdutzt.

Marek: Kennen Sie das denn nicht? Gehört doch dazu!

Marianne: Nein, tut mir leid, ich komme aus Belgien. Warum gibt es denn am Wahltag Eierkuchen?

Marek: Dann lassen Sie mich Ihnen das kurz erklären. Das ist doch unser Motto. Ein Politiker hat mal gesagt, dass bei uns jetzt „Friede, Freude, Eierkuchen“ herrscht. Also kam die Idee auf, Eierkuchen bei den Wahlen zu verteilen.

Maximilian überreicht Marek die Eierkuchen.

Marek (zu Maximilian): Danke sehr! (zu Marianne): Sie sehen ja, jetzt ist das total das Event geworden. Alle treffen sich hier am Wahllokal, essen Eierkuchen und treffen sich einmal persönlich. Da sonst heute ja alles online stattfindet, ist dies ein super Anlass, sich mal wieder in echt zu sehen. Wollen Sie auch einen Eierkuchen?

Marianne: Was kostet denn einer?

Maximilian (fröhlich): Die sind kostenlos!

Marianne bekommt auch einen Eierkuchen. Dieser demokratische Brauch gefällt ihr – und ihrem Bauch.


2. Akt: Vor der Gewächskuppel

 Handelnde Personen:  

  • Anja – Praktikantin  
  • Anton – Chef  

Anja ist aufgeregt. Sie beginnt heute ihr Praktikum bei einer der größten Biofarmen Deutschlands. Sie ist ganz gespannt, was sie hier alles lernen kann. Sie wartet vor einer großen durchsichtigen Kugel auf ihren Chef.

Anton (geht mit einem Lächeln auf Anja zu): Hallo du, na wie geht’s? Wie kann ich helfen?

Anja (schüchtern): Ich bin Anja, die neue Praktikantin.

Anton: Ach, das ist ja toll. Ich hoffe, du hast gut hergekommen. Hier ist deine Uniform. Damit gehörst du dann zu uns.

Anton reicht Anja eine Uniform.

Anja: Danke! (blickt auf die große durchsichtige Kugel): Was ist denn das?

Anton (stolz): Ahh, unsere Gewächskuppel. Das Herzstück unserer Farm. Du wirst sie bald in- und auswendig kennen. (lacht)

Anja: Das ist ja toll. Stimmt es, dass wir uns dank dieser neuen Gewächskuppeln völlig unabhängig vom Ausland mit Obst und Gemüse versorgen können?

Anton (lacht): Naja, das stimmt schon so ungefähr. Sie sind auf jeden Fall sehr wichtig für die Versorgung der Bevölkerung. Deshalb musst du auch jeden Tag pünktlich zur Arbeit. Und vielleicht wird es auch die ein oder andere Überstunde geben, ich hoffe, das ist kein Problem.

Anja: (lächelt): Das wird schon gehen. Und worin besteht genau meine Aufgabe?

Anton: Das wird Ihnen Ahmed erklären. Da kommt er schon. Er ist unser Technikgenie.

Ahmed (winkt lachend ab): Ach Quatsch. Du musst aufhören, mich so loben, Chef. (zu Anja) Hallo, du musst Anja sein. Schön, dass du da bist. Dann zeige ich dir mal die Geheimnisse unserer Gewächskuppel.

Ahmed und Anja betreten die Gewächskuppel. Heute wird ein spannender Tag für Anja!


3. Akt: In der Schule

 Handelnde Personen:

  • Frau Baum – Lehrerin  
  • Frau Bär – Mutter  
  • Bruno – Schüler  

Frau Bär und ihr Sohn Bruno kommen in die Schule, um mit seiner Lehrerin über seine Leistungen zu sprechen. Frau Baum sitzt hinter einem Schultisch und erwartet die beiden schon.

Frau Baum (freundlich): Guten Tag, Frau Bär. Setzen Sie sich doch.

Frau Bär: Guten Tag, Frau Baum.

Frau Bär und Bruno setzen sich Frau Baum gegenüber.

Frau Baum: Ich freue mich sehr, Sie heute zum Eltern-Lehrer-Schüler begrüßen zu können.
Ihr Sohn Bruno ist wirklich ein vorbildlicher Schüler. Er ist sehr talentiert, hat viele Freunde und arbeitet hart für seine guten Leistungen. Er ist sogar der zweitbeste Schüler der Klasse. Ich habe keinerlei Beschwerden.

Bruno wird rot.

Frau Bär: Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich heute die Zeit für uns genommen haben. Das freut uns natürlich sehr zu hören. Aber ich muss einfach fragen: Wie macht er sich denn mit der Technik?

Frau Baum runzelt die Stirn.

Frau Bär: Als wir das vor ein paar Monaten mal ausprobiert haben mit ihm, war es wirklich eine Katastrophe. Er konnte keine gerade Zeile programmieren.

Frau Baum: Ach so. Ja klar, anfangs war es natürlich etwas schwierig für ihn, aber das ist ganz normal in seinem Alter. Aber er ist sehr schnell von Begriff, es war gar kein großes Problem für ihn, sich da reinzufuchsen. Bruno hat sich sehr schnell mit der Informatik zurechtgefunden und ist auch hier jetzt einer der besten Schüler. Letzte Woche hat er ein tolles Hologramm gezaubert, das soll er Ihnen mal zeigen.

Bruno wird noch röter.

Frau Bär: Das ist gut zu wissen. Danke, dass die Schule uns eine solch gute Bildung ermöglicht. Wir haben ja nicht viel Geld und sind sehr froh, dass unser Bruno so toll gefördert wird.

Frau Baum: Das freut mich auch. Schönen Tag noch!

Frau Bär und Bruno verabschieden sich und gehen beschwingt zur nächsten Eisdiele. Das hat Bruno sich wirklich verdient.