Die Wüstlinge

Ein Zeitreisebericht aus dem BSZ Delitzsch vom 25. bis 26. Juni 2019

Die Folgen des Klimawandels sind inzwischen auch für den letzten Skeptiker nicht mehr zu leugnen: Durch die monströsen Mülldeponien in den Megacities wie Mumbai und Mexiko-Stadt sowie in Folge der hemmungslosen Verschmutzung der Weltmeere konnten sich nahezu ungehindert Epidemien ausbreiten.

Ganze Landstriche wurden entvölkert. Weite Teile Deutschlands sind im wahrsten Sinne des Wortes verwüstet. Um einzelne von wohlhabenden Bewohnern besiedelte Oasen ziehen sich endlose Sanddünen mit slumähnlichen Behausungen, in denen die „Wüstlinge“ dahin vegetieren. Sie sind von den Zuwendungen der hinter hohen Mauern lebenden Oaseneinwohner abhängig und leiden Hunger und Armut.

Während die von den Oaslern gestellte Regierung mittels eines innovativen Wasserfiltersystems das Staatsvermögen durch Exporte vermehrt und unter seinesgleichen verteilt, profitieren die „Wüstlinge“ in keiner Weise von dem technischen Fortschritt, der das Luxusleben in den Oasen prägt. Das ruft gewaltigen Protest auf Seiten der Wüstlinge hervor, die zunehmend auch illegalen Widerstand gegen das bestehende Unrecht leisten. Die radikale Spaltung der Gesellschaft scheint unüberwindbar, beide Seiten stehen sich mit Hass und Angst unversöhnlich gegenüber.