Im Gleichschritt in die Armut

Ein Zeitreisebericht aus dem BSZ Grimma vom 13. bis 14. Mai 2019

15. Januar 2040, Berlin. Nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens vor 5 Jahren fällt das Fazit der seit 10 Jahren mit absoluter Mehrheit regierenden „Die soziale Partei“ folgendermaßen aus: Trotz des sozialen Ansatzes ist ein Sinken der politischen Zufriedenheit der Bevölkerung seit längerer Zeit zu beobachten.

Gründe sind die mangelnde Innovationsleistung im Land sowie die Abwanderung intelligenter und hoch qualifizierter Staatsbürger. Viele der Ausgewanderten geben als Ursache für ihre Emigration an, dass sich Leistung in Deutschland nicht mehr lohne. Ebenso spiele das sinkende Angebot an Konsumgütern eine entscheidende Rolle. Um dem entgegenzuwirken, denkt „Die soziale Partei“ im Hinblick auf die nächste Wahl über eine drastische Senkung des Steuersatzes nach. Dies soll das Land für arbeitswillige Migranten wieder attraktiver machen. Eine Schließung der Grenzen und eine Überwachung der Bevölkerung sowie eine Sperrung des Internets schloss die Landesführung zwar bisher aus, man erwägt aber zukünftig im Notfall solche Maßnahmen einzuleiten.

In pompösen Auftritten machen die führenden Politiker der „Partei“ Sündenböcke von außen für die Missstände im Land verantwortlich, um so die eigene Verantwortung für das wirtschaftliche Desaster zu leugnen. Sie warnen vor schädlichen Einflüssen „aus dem Ausland“ und fordern den „unbedingten Schutz der einheimischen Bevölkerung vor negativen jugendlichen Stimmungsmachern aus dem Internet, hier besonders aus den sozialen Medien“. Werden die Bürger dies der „Partei“ glauben und bei der nächsten Wahl am 1. Oktober 2040 wieder für sie stimmen?