Das Gesetz des Stärkeren

Ein Zeitreisebericht aus dem BSZ Grimma vom 13. bis 14. Mai 2019

Die Mehrheit der Gesellschaft lebt unterhalb des Existenzminimums und ist komplett von den Spenden und dem Wohlwollen der wenigen sehr Wohlhabenden abhängig.

Sie erarbeitet den Luxus, mit dem sich die Reichen umgeben. „Bezahlt“ wird die Arbeit per Nahrung und Kleidung. Während die Kinder der besser Gestellten über digitale Medien einen hohen Bildungsstandard erreichen, muss der Nachwuchs der Armen körperlich hart arbeiten. Politisch hat der große Teil Gesellschaft keinen Einfluss; Parteien, die vorgeben, die Interessen der vielen Abgehängten zu vertreten, sind in der Regel korrumpiert. Zum Aufbegehren wiederum fehlen Lebensenergie und entsprechende technische Mittel. Man ist ganz und gar mit dem alltäglichen Überlebenskampf beschäftigt.

Auch in Zukunft wird sich daran wohl kaum etwas ändern. Dem durch das enorme Wohlstandsgefälle und das offensichtliche Ungleichgewicht erzeugten gesellschaftlichen Druck wird jeweils zu Wahlkampfzeiten etwas die Luft genommen, indem man die schlechter Bestellten immer wieder mit einzelnen Wohltaten ködert und so neue Hoffnung auf bessere Zeiten weckt. Populisten haben in diesen Phasen Hochkonjunktur, diese drohen rhetorisch geschickt: Wer die bestehenden Verhältnisse zu verändern sucht, macht alles nur noch schlimmer.

Geworben wird mit Zugeständnissen an die arme Bevölkerung, die als Nächstenliebe der Reichen ausgegeben werden. Es scheint so, als würde sich dieses „Spiel“ auch in Zukunft nach dem gleichen Muster wiederholen. Die Spaltung der Gesellschaft wird wohl nicht überwunden werden, da keine Anzeichen und Ansätze einer Änderung in Aussicht stehen.