Soziales Deutschland

Ein Zeitreisebericht aus dem BSZ Delitzsch vom 25. bis 26. Juni 2019

Wer aus dem Jahre 2019 hierher reist, wird sich wundern. Die große Mehrheit der Bevölkerung kann sich mit der Politik des Landes voll und ganz identifizieren. Nach Einführung eines Mindestlohns von 15 Euro sind auch sogenannte „einfache“ Arbeiten wieder attraktiv geworden.

Körperlich anstrengende oder gesundheitsgefährdende Tätigkeiten erledigen meist Roboter. Dafür sind vor allem Menschen im Pflege- und Gesundheitssektor beruflich aktiv. Der technische Fortschritt sorgt dafür, dass Arbeit nicht ersetzt und Menschen nicht verdrängt, sondern in den Bereichen eingestellt werden, in welchen typisch humane Kompetenzen, wie Mitgefühl, Fürsorge und Erfahrung, benötigt werden.

Erwerbslosigkeit gehört der fernen Vergangenheit an, ebenso entsprechende Diagnosen wie z.B. Burnout. Die Lehrpläne der Schulen sind vereinheitlicht, sodass z.B. ein Abitur in Bayern nicht mehr oder weniger wert ist, als eines in Bremen oder Brandenburg. Bildung ist keine Frage des Geldes mehr, jeder bekommt die gleichen Chancen und hat die gleichen Voraussetzungen.

Dieses Prinzip setzt sich auch im Ausbildungsbetrieb und im Studium fort. Die junge Generation muss sich nicht zwischen Studium oder Arbeit entscheiden, denn auch das Lernen an der Universität ist erwünscht und wird von staatlicher Seite finanziell abgesichert. Bildungskredite werden erst beglichen, wenn der Job genügend Geld abwirft. Somit fühlen sich die Bürger generationenübergreifend von Jung bis Alt politisch angemessen vertreten und gesellschaftlich gewürdigt – das Gefühl, vernachlässigt zu werden oder abgehängt zu sein, kennt fast niemand hier.