Gucci adé

Ein Zeitreisebericht aus dem BSZ Delitzsch vom 25. bis 26. Juni 2019

Nachdem die Schere zwischen Arm und Reich besonders seit der Jahrtausendwende immer weiter auseinanderklaffte und der gesellschaftliche Zusammenhalt endgültig zu kollabieren drohte, konnte die neu gegründete EMP (Einheitliche Mittelstandspartei) aus dem Nichts spektakuläre Wahlerfolge erzielen.

Sie schaffte es im Jahr 2032, sogar als stärkste Kraft mit absoluter Mehrheit in den Bundestag einzuziehen. Aufgrund der eindeutigen Machtverhältnisse war es ihr möglich, neue radikale Gesetze zu erlassen und rigoros durchzusetzen. Anfänglich stieß dies auf Wohlwollen seitens der Bevölkerung. Doch inzwischen ist die Stimmung gekippt. Mit Einführung eines Verdienstmaximums von 2.500 Euro in jeder Berufssparte hadern die Menschen zunehmend mit einer allseits sichtbaren gesellschaftlichen Konformität.

Äußerlich wird dies besonders an der Kleidung bzw. am Verschwinden der Luxusmarken, wie z.B. Gucci, sichtbar. Originalstücke kann sich kaum jemand mehr leisten, stattdessen läuft man mehr oder weniger in denselben Klamotten herum. In einer auf Äußerlichkeit sehr viel wert legenden Gesellschaft wirkt dies natürlich wie Gift. Besonders die Wirtschaft leidet unter der neuen Gesetzeslage, denn die Arbeitsmoral sinkt von Jahr zu Jahr.

In Befragungen nach den Ursachen ist immer wieder zu hören: „Warum soll ich denn meinen Rücken krumm machen, wenn mein fauler Kollege, der eh nichts auf die Reihe bekommt, am Ende fast dasselbe auf dem Konto hat?“ Die Leute, die mehr verdienen könnten und wollen, dürfen dies nach dem neuen § 77 BGB „Schutz der Gesellschaft vor Ungerechtigkeit“ nicht.

Diese bedenkliche Entwicklung ruft die IBD (Individuelle Bürgergemeinschaft Deutschland) auf den Plan. Die 2038 neu gegründete Partei setzt auf Individualität und Abschaffung der Verdienstobergrenzen. Ob die Protestpartei die Politik der EMP stoppen oder gar rückgängig machen kann? Das wird die Wahl im Jahre 2042 zeigen.